Pflege der Fischgewässer, Vorbereitung auf die Prüfung
Pflege der Fischgewässer – Lernzusammenfassung
1. Sauerstoffmanagement
1.1 Eis- und Schneedecke
- Schneefenster auf zugefrorenen Seen: Bei 15 cm Schneedecke wird das Schieben großflächiger Schneefenster empfohlen, damit Algen Licht zur Sauerstoffproduktion erhalten.
- Ausstickungsgefahr: Kleinstgewässer ohne Zufluss sind besonders gefährdet. Ursache: Kein Sauerstoffeintrag und eingeschränkte Algenaktivität durch Schnee und Bewölkung.
- Ineffektive Maßnahmen: Eislöcher schlagen/sägen hilft auf großen Gewässern nicht.
1.2 Sauerstoffmangelursachen
- Schneller Sauerstoffabbau: Durch Abwassereinleitungen, organische Verschmutzung oder Algensterben (z. B. bei Dunkelheit).
- Winterliche Bedingungen: Geschlossene Eisdecke verhindert Gasaustausch.
1.3 Gegenmaßnahmen
- Kleine Teiche: O₂-reiches Wasser zuführen.
- Algenkontrolle: Sichttiefenmessung mit weißer Scheibe zur Bestimmung der Algenintensität.
2. Gewässerstruktur und Lebensräume
2.1 Fließgewässer
- Ideale Struktur: Mäandrierend mit Wechsel von Gleit- und Prallhängen, vielfältigen Ufer- und Grundstrukturen.
- Gumpen (Kolke): Vertiefungen in Flüssen sind wichtige Fischstandplätze.
- Durchgängigkeit: Fischpässe ermöglichen Wanderungen zu Laichplätzen.
2.2 Stillgewässer
- Uferzone: Wichtigster Lebensraum für die meisten Fischarten.
- Tiefenzone: Lichtlose Bereiche ohne Pflanzenbewuchs.
- Altarme: Ehemalige Flussbetten mit hohem ökologischen Wert.
2.3 Gefährdungen
- Bisamratten: Untergraben Dämme.
- Verlandung: Langsame Verflachung durch Pflanzenwachstum und Sedimente.
3. Wasserqualität und Verschmutzung
3.1 Schadstoffe und Selbstreinigung
- Empfindlichkeit: Selbst geringe Abwassermengen können in Zeiten geringer Wasserführung und hoher Temperaturen schaden.
- Selbstreinigung: Biochemischer Abbau von Schmutzstoffen, jedoch begrenzt.
3.2 Eutrophierung
- Ursache: Nährstoffanreicherung (v. a. Phosphor) führt zu Algenblüte.
- Folgen: Sauerstoffmangel beim Algensterben, Fischsterben ("Umkippen").
- Sanierung: Nährstoffeintrag stoppen, Entschlammung.
3.3 Messung und Meldung
- Wasserprobenentnahme: Mit gereinigten Glasflaschen, randvoll.
- Verunreinigungen: Sofortige Meldung an Behörden.
4. Flora und Fauna
4.1 Pflanzen
- Unterwasserpflanzen (Laichkraut, Hornkraut): Benötigen Licht für O₂-Produktion.
- Schwimmblattpflanzen (Seerosen, Wasserlinsen): Blockieren Licht bei Überwachsen.
- Überwasserpflanzen (Schilf, Rohr): Schützen Ufer, dürfen nicht betreten werden.
4.2 Tierwelt
- Fischfeinde: Kormoran (fischfressend), Gelbrandkäferlarven (fressen Jungfische).
- Nützliche Arten: Larven von Steinfliegen (Indikator für saubere Gewässer).
5. Fischbestände und Hege
5.1 Artenvielfalt
- Gefährdung durch Verbuttung: Überpopulation schlecht ernährter Fische (z. B. Blei, Güster).
- Gegenmaßnahmen: Raubfischförderung, Hegefischen.
5.2 Fortpflanzung
- Laichwiesen: Überflutete Wiesen im Frühjahr fördern Hechtbrut.
- Laichhilfen: Für gewässertypische Arten mit geringer Eigenreproduktion.
5.3 Typische Lebensräume
- Forellenregion: Kaltes, sauerstoffreiches Wasser.
- Bleiregion (Brandenburg typisch): Hohe Artenvielfalt.
6. Anglerverantwortung
6.1 Verhalten am Gewässer
- Angelplatzwahl: Ufervegetation schonen, Sumpfschildkröten melden und Platz wechseln.
- Sauberkeit: Abfall mitnehmen, Angelschnur nicht wegwerfen (Umweltverschmutzung).
6.2 Fütterung und Besatz
- Füttern: Dosiert und sparsam; kein Brot (Sauerstoffzehrung).
- Besatz: Keine Aale in Edelkrebsgewässern.
7. Spezielle Gewässertypen
- Maränensee: Tief, klar, sauerstoffreich.
- Zandersee: Trüb, großer Freiwasserbereich.
- Oligotrophe Seen: Nährstoffarm (z. B. Bergbaurestseen mit saurem Wasser).
8. Klima- und Wettereinflüsse
- Vollzirkulation: Vollständige Umwälzung des Sees im Spätherbst.
- Temperaturschichtung: Warmes Oberflächenwasser im Sommer, Sauerstoffmangel in der Tiefe.